Der emotionale Wadenbeißer an der Leine

Hilfe, ich bin doch eigentlich „fertig“! Warum mein Hund der beste emotionale Wadenbeißer ist.

Künstlerische Street-Art-Collage eines Hundes mit aufgeklebten Wackelaugen und Comic-Hintergrund, di
Künstlerische Street-Art-Collage eines Hundes mit aufgeklebten Wackelaugen und Comic-Hintergrund, di

Kennst du diesen Moment? Du hast meditiert, deine Glaubenssätze poliert, vielleicht sogar eine Familienaufstellung hinter dir und denkst: „So, jetzt hab ich’s. Ich bin die Ruhe selbst. Ich bin quasi erleuchtet. Mich haut nichts mehr um.“

Du atmest tief ein, fühlst dich zen-mäßig verbunden mit dem Universum... und dann gehen wir Gassi.

Und genau in diesem heiligen Moment der vermeintlichen Perfektion entscheidet mein Hund, dass heute der perfekte Tag ist, um den Rückruf komplett zu ignorieren, den Nachbarsrüden anzupöbeln oder sich mit Wonne in etwas zu wälzen, das definitiv nicht nach Lavendel riecht.

Zack. Da ist er. Der emotionale Wadenbeißer.

Der Mythos vom „Austherapiert-Sein“ Früher dachte ich, als Coachin müsste ich über den Dingen stehen. Ich dachte, wenn ich nur genug an mir arbeite, verschwinden alle Trigger. Heute weiß ich: Das ist Bullshit (und zwar nicht der, in dem sich der Hund wälzt).

Das Leben ist kein Zustand, den man „abschließt“. Es ist ein Prozess. Und mein Hund ist der Meister darin, zielsicher die kleinen Misthaufen in meinem Inneren aufzuspüren, die ich eigentlich schon längst unter den Teppich gekehrt glaubte.

Er drückt genau die Knöpfe, von denen ich dachte, ich hätte sie abmontiert. Er zeigt mir: „Hey Aicha, schön dass du heute morgen meditiert hast, aber warum bist du gerade so hektisch im Kopf? Warum willst du gerade so dringend die Kontrolle behalten?“

Vom Wadenbeißer zum Lehrmeister Mein Hund beißt mir nicht (metaphorisch) in die Wade, um mich zu ärgern. Er tut es, weil ich nicht echt bin.

Hunde sind lebende Lügendetektoren für unser Nervensystem. Wenn ich so tue, als wäre ich entspannt, aber innerlich brodelt noch der Ärger über eine E-Mail oder die Unsicherheit vor einem neuen Projekt, dann spiegelt er das. Gnadenlos.

Er ist der "Arschengel" auf vier Pfoten – nur viel niedlicher und mit mehr Fell. Er zwingt mich, hinzuschauen. Er zeigt mir, dass da doch noch ein Thema vor sich hin dampft. Und weißt du was? Das ist gut so.

Der Misthaufen als Dünger

Im WolfsTeam-Coaching lade ich dich ein, genau über diese Momente zu lachen, statt an ihnen zu verzweifeln. Wir müssen nicht perfekt sein, um gute Hundehalter (oder Menschen) zu sein.

Wenn dein Hund dir mal wieder den Spiegel vorhält und dich in den Wahnsinn treibt, atme durch. Grinse in dich hinein und sag: „Ah, hallo Wadenbeißer. Danke für den Hinweis. Offenbar gibt es da noch was zu lernen.“

Denn genau diese Misthaufen sind der beste Dünger für unser Wachstum.

Wenn du Lust hast, nicht mehr gegen die Wadenbeißer zu kämpfen, sondern zu lernen, wie du dein Nervensystem (und damit deinen Hund) wirklich regulierst – auch wenn es mal chaotisch ist –, dann lass uns sprechen.

Ich verspreche dir: Bei mir darfst du unperfekt sein. Wir lachen gemeinsam über das Chaos und finden dann deine ureigene Ruhe wieder.